• Kathie

Über das Bloggen und ein ganzes Jahr


Vor ein paar Tagen habe ich eine Mail bekommen mit dem Hinweis, dass mein Vertrag für diese Website hier, für den Host und die Domain (wer nicht weiss was das ist: kein Problem, wusste ich vorher auch nicht) bald auslaufen wird.

Ich war schon -quasi ganz automatisch- dabei, auf "Verlängern" zu klicken und ein weiteres Jahr bloggen zu buchen, als ich anfing, über die vergangenen nun bald 12 Monate Bloggerei nachzudenken.


Unfassbar, was in dieser Zeit alles passiert ist!!!

Von 4 Zeitungsartikeln, einem You-Tube-Interview-Video von mir und bis heute 54 veröffentlichten Beiträgen ganz zu schweigen denke ich dabei aber vorallem an all die Worte, die mich aufgrund meiner Zeilen erreicht haben, an all den Austausch und in erster Linie auch an all die tollen Menschen, die ich in der Zeit durch diesen Blog kennenlernen durfte.


Bloggerkollegen, Leser, Social-Media-Verrückte... es fühlt sich ein bisschen so an als sei die ganze digitale Welt bzw die Menschen dahinter plötzlich real geworden und haben mir einen dicken fetten bunten Blumenstrauß an Erlebnissen geschenkt.

Ganz in echt.

Dafür könnte ich nicht dankbarer sein und darüber nicht glücklicher.


Dennoch habe ich auch kurz darüber nach gedacht, ob es vielleicht besser ist, aufzuhören, wenn es am Schönsten ist.


Denn auch wenn es nie so scheint, vorallem nicht in der scheinbar immer heilen Welt der digitalen Medien (schließlich zeigt und schreibt man immer nur was man eben von sich zeigen will): Es gibt wie immer auch eine Kehrseite der Medaille.


Ich nenne mal ein paar Beispiele:


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Natürlich setzt es mich gewissermaßen unter Druck, jeden Donnerstag abliefern zu "müssen". Ich möchte euch ja gern etwas bieten, Mehrwert schaffen.

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Außerdem denke ich inzwischen auch immer mehr darüber nach, wie meine Texte ankommen. Sollte ich meinen Schreibstil mal ändern? Wird es auf Dauer langweilig?

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Dann sind da die Zahlen.... keiner gibt es gerne zu, aber klar denkt man darüber nach, wieso manche Texte von mehr als 1000 Menschen gelesen werden und andere vielleicht "nur" 100 Mal. Man fragt sich: Was war falsch? Was gefällt nicht?

Auch wenn man das vielleicht nicht möchte, weil man es ja doch nur für sich selbst machen (möchte)... Ist es doch einfach die pure Wahrheit.

Denn: JA! Es kratzt am Ego, wenn man plötzlich viele Leser verliert.

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Weiterhin sind da noch die Kollegen, zum Beispiel die, die unter den Top10 der deutschen Mamablogger sind. Googlet mal. Und die unfassbar gute Texte schreiben und auch unglaublich großen Einfluss haben... Braucht es da wirklich noch so einen kleinen Blog wie den meinen? Bin ich... ist das hier, GUT genug? Interessiert überhaupt jemanden was ich schreibe? Warum interessiert es? WAS ist spannend?

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Und wenn er doch größer wird (es ist ja nicht so, dass ich KEINE Kooperationsanfragen bekäme): Büße ich dann nicht zuviel Selbstbestimmtheit ein? Wenn mir jemand sagt, was ich zu schreiben habe verliert das hier seine ganze Berechtigung. Ich schreibe immer einfach was mich bewegt, direkt aus meinen Kopf in meine Finger. Ich denke nicht darüber nach. Ich lese auch nicht nochmal bevor ich veröffentliche (was die vielen Fehler sicher erklärt)



Und dann ist da noch die Frage: Nimmt diese Welt hier, die eine ganz eigene ist, zuviel Raum ein? Leiden darunter "alte", "echte", reale Freundschaften? Die Familie? Das Sozialleben? Konzentriere ich mich zu wenig auf real statt digital?


Und die wichtigste Frage: Wie werden meine beiden Lieblingsmenschlein das finden, wenn sie größer sind und davon erfahren?? Werden meine Töchter mit dem Blog einverstanden sein?


Außerdem ist es mir einfach extrem wichtig, dass ich ECHTE, richtige Zeit mit Sophia und Greta verbringe.

Ich möchte nicht, dass sie mich immer nur am Handy oder am Laptop sehen. Sie sollen mich nicht immer mit einem kleinen Kasten in der Hand sehen und ich möchte SIE auch wirklich sehen und Erinnerungen schaffen, anstatt immer nur durch eine Handykamera.

Das ist übrigens ein Drahtseilakt! Ihr wisst das selbst.

Ich mache total gerne Bilder von meinen Beiden und ich finde sie oft so süss und toll dass ich es einfach festhalten möchte... Aber eigentlich ist es mir lieber, sie bekommen davon gar nichts mit und ich fotografiere nur nebenher während sie spielen.


Aber Kinder bekommen eben doch mehr mit als man denkt, eigentlich alles, und ich möchte wirklich nicht, dass meine Mädels denken, mein Handy sei wichtiger als sie.


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Ich könnte diese (Negativ?-)Spirale lange weiter drehen.


Mache ich aber nicht.

Denn mein nächster Gedanke ist dann immer direkt:


Wieso zum Teufel solltest du hiermit aufhören?!?!?!


Ich LIEBE das Schreiben.

Ich bin unglaublich dankbar dafür, dass ich es machen kann.

Ich liebe den Austausch.

Ich liebe diese Welt.


Sie macht mich glücklich.

Und ist es nicht dass, worauf es ankommt?


Wenn Bloggerkollegen wie beispielsweise die liebe Mareike von @klarnordisch Sachen schreiben wie "(Typische Momblogs...) gibt es gefühlt immer mehr – aber wenige sind so authentisch und unterhaltsam wieder der Schmauder-Blog." oder "Wenn ihr Schmunzeln oder laut loslachen wollt, ihr ein wenig Unterhaltung in grauen Wintertagen benötigt oder ihr eine kleine Flucht aus dem Alltag braucht – Kathie nimmt euch in ihren Wahnsinn sehr gerne mit! Und zeigt, wie humorvoll eine junge Frau zwischen Job, zwei Kindern, einem Ehemann, dem Haushalt und Zeit für sich jonglieren kann." (aus: https://www.klarnordisch.de/zu-besuch-bei-weisheit-und-perle/ ) dann macht mich das echt einfach stolz.


Ich freue mich wie ein kleines Kind über jedes einzelne dieser Worte.

Immer wieder.


Eines der schönsten Komplimente (neben "Du bist die Beste Mama!") was ich je bekommen hab war auch über den Blog: "Du kannst der Liebe Worte verleihen."


Kann man einem Schreiberling etwas Schöneres sagen?


Letztlich bin ich eben genau das mit Leib und Seele: Ein Schreiberling.

Worte sind mir wichtig. Weil sie nun mal alles umhüllen. Weil sie heilen können. Weil sie zum Lachen bringen können. Oder trösten.

Und ich kann und ich kann und will ja nicht ändern, was ich BIN.


Und dann seid da ja auch noch ihr.

Ihr lest. Ihr unterstützt. Ich sagt mir dass ihr die Zeilen feiert. Geniesst. Dass sie euch helfen.

Ihr ward da, als ich mich wie matschiges Obst gefühlt habe

("....apropos Outfit: An die Mamas, welche - wenn sie ihr Kind morgens in aller Hergottsfrühe zur Kita bringen - total gestylt und bis in die Fingerspitzen poliert aussehen: Ich bin sauer auf euch!

Zeigt euch gefälligst mal ein bisschen solidarisch. Ich schaffe es gerade mal mich aus meinem Nachthemd zu pellen, 2 halbwegs gleiche Socken zu finden und mir ein Zopfgummi in den so genannten Mom-Bun, also Zottel-Dutt zu binden.

Wo bleibt bitte eure Nächstenliebe, wenn ihr mir städig eure perfekt lackierten Fingernägel, die adretten Blazer und die Hochsteckfrisuren unter die Nase haltet. Morgens um halb 8. Schämt euch.

Mal im Ernst: Wie ist sowas möglich? Gibt es ein Geheimnis, von dem ich nichts weiß?

Neulich habe ich gelesen, mal solle sein wie eine Ananas: Aufrecht stehen, Krone tragen und süß sein. Ich bin da dann wohl eher Typ alte Banane: Krumm, unpassend gekleidet (mal ehrlich Banane...gelb?!) und innen ganz matschig).

Aus: https://www.weisheitundperle.com/blog/%C3%BCber-matschiges-obst-und-kleiderwahn )

....und ihr ward auch da als ich über meine heimlichen - okay eher öffentlichen - Rachegedanken hinsichtlich meines Mannes hatte (hier: https://www.weisheitundperle.com/blog/heimt%C3%BCckisch ) oder beim Überstehen der ein oder anderen Trotzphase von Sophia.

Ihr habt quasi mit erlebt wie Greta laufen gelernt hat und habt mit uns Kindergeburtstage gefeiert.

Ihr habt mit mir über gut gemeinte Ratschläge gelacht (hier: https://www.weisheitundperle.com/blog/abf%C3%BChren-%C3%BCber-h%C3%B6flichkeit ) und habt mit mir Worte gefeiert (zum Beispiel hier: https://www.weisheitundperle.com/blog/wortspiel )

Und das sind nur wenige Beispiele.


Außerdem war dieser Blog auch für mich eine riesen Hilfe und ein Trost, als die Welt vergangenen August einen großartigen Menschen verloren hat.


Ich will - ich WERDE das nicht aufgeben.


Weisheit und Perle bleibt.


Denn der Blog trägt nicht nur den Namen meiner Kinder - er ist auch darüber hinaus eine echte Herzenssache.

Eine die mich ausfüllt. Die mich freut. Die mir wahnsinnig viel gibt.


Aber ich werde der Sache den -selbstauferlegten- Druck nehmen.

Es wird nach diesem einem Jahr Selbstversuch ab sofort keine WÖCHENTLICHEN Beiträge mehr geben. Vielleicht nur noch alle 2 Wochen, vielleicht einmal im Monat, vielleicht auch 2 am Tag.

Wer weiss das schon.

Je nachdem wie die Worte eben fliessen.


Keine Sorge...ihr bekommt mit wenn es etwas Neues gibt. Einfach den Newsletter abbonieren oder mit bei Instagram folgen. Oder sonst wo.... und zack - ihr seid im Bilde.


Und eventuell werde ich auch noch einiges anderes hier ein wenig verändern.


Hat einer von euch zum Beispiel Lust mal einen Gastbeitrag zu schreiben?

Ich biete jedem, der unbedingt etwas sagen möchte gerne eine Plattform.

Oder möchtet ihr vielleicht, dass ich mal über etwas Besonderes schreibe?

Hier Kategorien erstelle?

Aktuelles aufgreife?


Ich habe an diesem Punkt irgendwie das Gefühl, der Blog ist nun aus seinen Kinderschuhen heraus gewachsen.

Ich lasse ihn ein wenig frei, über den Tellerrand schauen und ich lasse ihn sich entwickeln.

Frei und ohne Zwang.

Ich hoffe ihr versteht das und bleibt mir dennoch treu.


Witzige Mama-Anekdoten werden auf jeden Fall bleiben. Denn darum geht es ja schließlich und das bin ich.

Mama. Vor allem anderen.


Alles Liebe und vielen, vielen Dank an jeden einzelnen von euch!


Kathie