• Kathie

Über Kastanien, Krankheiten und Sehhilfen

Guten Morgen Welt!

Ich hoffe ihr habt alle gut geschlafen, hattet eine erholsame Nacht, seid entspannt und ausgeglichen.

Und wenn ja könnt ihr ja mal berichten wie das so ist.


Davon kann ich euch nämlich nichts erzählen, aber eine ganze Menge anderer Dinge warten darauf, aus meinem Kopf auf den Bildschirm zu wandern.

Dann mal los.


Am besten gehe ich heute mal chronologisch vor und beginne bei letztem Donnerstag Nachmittag. Ob ihr es glaubt oder nicht, tadaaadadadaaaaaaa... unsere Kleine hat ihre ersten Schritte gemacht.

Ich war so stolz.. sie ist ein paar Meter alleine vor mir her gewatschelt und ein paar mal von Flo zu mir. Sie wird groß!!!

Hach, mein kleines Baby.


Gerne hätte ich jetzt geschrieben: Greta läuft!

Kann ich aber nicht. Denn ich muss euch sagen, sie hat wohl für sich gedacht: "Nee, hab ich probiert, ist anstrengend, nervt, ich lass das wieder" und setzt sich nun, wenn ich sie zum Laufen animieren will, einfach hin und wartet was passiert.


Irgendwie hat sie halt doch was von uns beiden. Es ist gleichermaßen faul wie schlau, würde ich sagen.


Am Wochenende waren wir dann auf der Geburtstagparty von meinem Bruder. Es war eher ein Nachmittag als ein Abend und neben ca 15 Erwachsenen waren 6 Kinder da, die meisten im Babyalter.

Wahnsinn, wie sich das Bild doch in wenigen Jahren ändert....


Sophia fand es übrigens ganz toll (war es auch) und erzählt nun allen, die es wissen wollen (oder auch nicht), dass sie auf einer Party war.

Na hoffentlich liest das Jugendamt nicht mit.


Bis dahin war also alles schön, alles gut, alles harmonisch.

Na ich hätte mir wohl denken können, dass das die Ruhe vor dem Sturm sein MUSSTE. Ich bin ja schießlich diejenige, die gebetsmühlenartig davon spricht, dass auf jede Phase die nächste folgt.


Am Montagmorgen rief dann nämlich die Kita an, dass wir unsere fiebernden Kinder bitte abholen sollen. Zwei mal Magen/Darm-Grippe zum mitnehmen, bitte! Ach und dazu noch ein Mann, der beruflich die ganze Woche unterwegs und nicht da ist. Schöööööön. So schön!

NATÜRLICH passiert sowas immer an einem Tag, wo auch ich statt im Büro im Aussendienst und so gar nicht in der Nähe bin.


Zum Glück war meine Mama da und hat eine Art Kurzzeitpflege eingerichtet, bis ich mit wehenden Fahnen herbeigeeilt kommen konnte.

Mama hat die Kids bei uns hingelegt bis ich da war. Leider hatte sie beim Zimmertüren schließen die Klinke in der Hand. Ups. Kind eingesperrt. (Ich hoffe wirklich das Jugendamt liest nicht mit).


Ahhhh! Das Haus fällt wohl auseinander, Gefahr, GEFAHR!


Aber auch da wieder Glück im Unglück: Mein Bruder konnte das Kind aus dem Raum herausbohren.

Mal ehrlich, kann es noch schiefer laufen?


Damit gewähre ich meinem Bruder übrigens auch Amnestie. Ausnahmsweise. Wieso?

Sag ich euch:

Er hatte am Montag ein Bild von einem Regenbogen geschickt mit der Frage, ob Sophia etwas Gold von dort mitbringen könne. Wegen ihrer roten Haare...ihr versteht?

Okay okay.... ich finde es auch witzig.


Und Sophia ist übrigens selbst auch echt witzig.

Sie nennt sich selbst seit Tagen nur noch Pippilotta Viktualia (und das ist sie genau wie Greta wohl Ronja Räubertochter ist), sagt mir dauernd: "Mama du brauchst nicht schimpfen!", als sei das eine Rechtfertigung für sie alles machen zu dürfen und wenn ich sie etwas frage antwortet sie oft vorwurfsvoll: "Ooohhh Mamaaaaaa, ich will jetzt nicht reden!". Sie sagt NICHT "Halt endlich die Klappe", auch wenn sie das sicher meint. Braves Kind.

Im Ernst: Ich bin ihre Mama und ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass sie erst 2 Jahre alt ist und nicht 56.

Wobei: Man sagt ja das Kleinkinder deshalb soviel quatschen, weil sie in der Pubertät mit wenigen Worten auskommen müssen ("Keine Ahnung","Nerv nicht", "egal"). Vielleicht stimmt das ja.


Aber zurück zum Thema:

Ihr könnt euch vorstellen wie der Rest der Woche dann lief.

Positiv umschrieben: Wir haben viel, viel Zeit miteinander verbracht und viel gekuschelt.

Zur Einhaltung der Realität: Man stelle sich nun eine ungeschminkte, zottelhaarige, in Jogger da sitzende Mama in einem Berg voller Taschentücher, Spucktücher, Decken und klebrigen Kinderrotznäschen vor, die versucht genügend Tränchen zu trocknen, bevor die nächste Sinnflut beginnt.


Leider fiel auch der Geburtstag meiner Schwester für uns ins Wasser.... super schade. Aber an dieser Stelle: Alles Liebe nochmal für dich!!!


Ich habe dazu neulich bei einer Freundin einen Spruch gelesen, den ich euch nicht vorenthalten möchte, weil er die derzeitige Situation so wahnsinnig treffend umschreibt:

"Es gibt ja Leute, bei denen sieht es aus wie bei 'Schöner Wohnen'. Und dann gibt es uns. Wir leben in einem Wimmelbild-Buch!"


Gestern war der Spuk dann aber zum Glück so schnell wieder vorbei wie er kam und wir waren noch ein bisschen an der frischen Luft, um Kastanien zu sammeln.

Natürlich habe wir in dem kompletten riesigen Wald neben Eichen, Buchen und Tannen nicht einen einzigen Kastanienbaum finden können und konnten daher auch keine Kastanien-Männchen basteln.






Wie gut dass ich ein halbwegs funktionieredes Gedächtnis habe und mich daran erinnert, dass unser Kletterbaum aus meiner Kindheit eine Kastanie ist. Da gehts nun also später mal hin.


Heute sind die Kids nämlich wieder in der Kita.


Leider lief aber auch das nicht ganz unfallfrei: Sophia hat sich beim Eintritt in die inzwischen heissgeliebten Räume eine dicke fette Beule an der Tür abgeholt.

An genau der Tür, wo inzwischen neben dem "Wir haben Scharlach im Haus"-Schild von dem ich euch schon erzählt habe weitere Schilder hängen. Scharlach, Röteln und Hand-Mund-Fuß. Na herrlich.


Mädels, noch 2 Tag bis zu den Herbstferien, BITTE keine Viren mehr mitbringen.

Oder Bakterien.

Hier wird sowas nämlich selbstverständlich geteilt, wie es sich in einer Familie gehört... aber wir sind dann doch alle echt gerne gesund.


Apropos gesund: Meine Augen sind bei mir Blindfisch ja nicht gerade gesund und ich trage eine Brille seit meinem 3. Lebensjahr.

Bin damals auch immer vor Wände gerannt oder von Stühlen gefallen. Ja, ich war und bin auch tollpatschig, aber das lag wohl eher daran, dass ich nichts sehen konnte.

Auf jeden Fall haben die zwei Schwangerschaften wohl wieder was an meiner Sehkraft verändert und es wird dringend Zeit für eine neue Brille.

War also bei einem Optiker.

Abgesehen davon, dass Brillengestelle alleine ungefähr soviel kosten, wie der Wocheneinkauf für unsere vier-köpfige Familie, könnte ich mir für Gestell UND Gläser auch einen neuen Kleinwagen kaufen.

Sorry ihr lieben Skandinavier für diesen Ausdruck aber ALTER SCHWEDE! Ich wollte nicht den ganzen Laden kaufen, nur EINE Sehhilfe.


Also, ich werde dahingehend wohl mit dem Goldesel im Keller, dem Christkind oder einem der Rockefellas sprechen müssen. Drückt mir die Daumen, ja?


Zumindest muss ich nun erstmal nicht mehr in diesen Brillenladen, da hängen nämlich überall Spiegel. Und dann muss ich leider der Tatsache ins Auge blicken, dass meine Haut beschlossen hat ganz fröhlich viele Pickel spriessen zu lassen, wie in der schlimmsten Teeniezeit. Klar, Haut, hau du auch nochmal einen raus! Wenn es einmal läuft dann läuft es eben. Aber ich sehe es jetzt einfach mal so: Zumindest eine Sache an mir bleibt jugendlich.


So. Um dann aber noch eine positive Anekdote zu erzählen (nicht dass hier der Eindruck entsteht ich sei eine Meckerliese):

Mir hat heute morgen jemand die Tür aufgehalten. So da habt ihr es. Glücksmoment! Es war ein sehr nett aussehender älterer Herr. Gut, es wäre schmeichelhafter gewesen, wenn es ein junger Mensch gewesen wäre... aber der Opa sah sehr freundlich aus.




Apropos Opa (und hier enden jegliche Ironie und Sarkasmus):

Lieber Opa, heute ist deine 6 - Wochen - Messe.

Sechs Wochen ist es nun schon her, dass du gehen musstest.

Und auch wenn das Thema meine Texte nicht mehr bestimmt, denke ich doch immer an dich.

Ich vermisse dich.

Jeden. Einzelnen. Tag.

Manchmal, wenn ich zu Mama und Papa fahre, denke ich "Gleich gehst du nochmal kurz nach hinten, zu Oma und Opa" bis mir dann einfällt, dass ich dich dort nicht mehr finden werde. Das ist noch ungewohnt. Wird das je anders?

Und jedes Mal ist es so schmerzlich, so traurig.

Die paar Minuten am Tag, die ich bis vor 6 Wochen immer mit dir und Oma verbracht habe waren immer - sorry, falls das kitschig klingt - ein paar Minuten Seelenheil. In dieser Zeit gab es keinen Gram, keinen Zweifel, keine Trauer. Nur das Vertrauen dass du so stolz auf mich warst, meine Entscheidungen verstehst und akzeptierst, hinter mir stehst, dass alles gut ist.

Was für ein Geschenk, dass ich einen Menschen hatte, der mir so ein Gefühl geben konnte.




Ihr lieben Leute, auf in eine neue spannende, hoffentlich gesunde Woche! Ich bin bei euch!