• Kathie

Über matschiges Obst und Kleiderwahn



Schon wieder Donnerstag. Ist das nicht Wahnsinn?


Ehrlich gesagt kommt es mir vor, als sei der letzte Donnerstag bereits 100 Jahre alt.

Gefühlt ist in dieser Woche mehr passiert als in den letzten 4584154 Jahren (ja okay, ich weiß ich neige zu Übertreibungen).

Und das, obwohl im Grunde gar nichts passiert ist.


Die Kinder sind endlich beide super in der Kita angekommen. Also Greta weint ab und zu noch kurz zu Beginn, wenn ich gehen muss. Wenn überhaupt. Sie lässt sich dann aber schnell ablenken und die zwei Beiden spielen total schön.


Und ich bin ja nun eine arbeitende Mama.


Vielleicht kommt es mir daher so vor, als hätte die letzte Woche 35 Tage gehabt. Irgendwie. Weil ich ständig unterwegs war. Weil kein Tag war wie der andere. Und weil die Tage nun einfach nicht mehr genug Stunden haben.


Tatsächlich muss ich nun zwischendurch immer mal wieder daran denken, auch mal einen Moment inne zu halten und durchzuatmen.






Die Arbeit ist wirklich gut. Danke der vielen Nachfragen!

Es kam mir vergangenen Freitag tatsächlich so vor, als sei ich nur ein paar Tage im Urlaub gewesen anstatt ein ganzes Jahr pausiert zu haben. Nach 10 Minuten war ich wieder total „drin“ und habe mich sofort wieder angekommen gefühlt.


Das liegt letztlich auch an meinen tollen Kollegen, die mir echt einen schönen Empfang bereitet haben.

So mit Luftballons und Willkommens-Girlanden und Blumen und so.


Total spannend, wie die Zeit einerseits so lang sein kann (wie diese Woche) und andererseits so schnell umgehen kann (wie dieses Jahr UND diese Woche).


Die Zeit bei der Arbeit kann ich nun übrigens auch wirklich genießen, weil es einfach ungewohnt ruhig ist. Also es ist nicht so, als sei dort nichts zu tun. Im Gegenteil. Aber es trotzdem enstpannt.

Nicht nur, weil ich erst nächste Woche wirklich anfange zu beraten, sondern auch, weil das dort (im Vergleich zu meinen Tagen zu Hause) ein Kindergeburtstag ist.


Wobei: Wer sowas sagt hat noch nie einen Kindergeburtstag ausgerichtet. Der ist nämlich alles andere als ruhig und stressfrei.

Aber ihr wisst was ich meine.


Im Büro kann ich Dinge machen, die derzeit zu Hause einfach noch nicht möglich sind.

Beispiele gefällig?

Okay, hier kommt eine kurze Liste (nicht vollständig!)


1. HEISSEN Kaffee trinken. Wie gut der so schmeckt!

2. Zwischen zwei Terminen oder Gesprächen oder Sekunden DURCHATMEN

3. Pause machen (gesetzlich vorgeschrieben, gilt in jedem Beruf, aber nicht für Mamas)

4. Denken. (ohne ständig unterbrochen zu werden. Zu Hause bleibt es derzeit meist beim VERSUCH sich zu konzentrieren)

….

Und so weiter. Ihr wisst was ich meine.


Ihr seht also: Die Arbeit bringt tatsächlich nicht nur Stress und Organisationsaufgaben mit sich, sondern auch ein klein wenig Urlaub. Vom Mama-Dasein.


Und an zwei vormittagen die Woche – unter anderem heute – habe ich sogar nun KOMPLETT frei. FREI. FREIHEIT! Unglaublich.

Ich bin das überhaupt nicht mehr gewohnt.

Außerdem bin ich glaube ich das erste Mal seit Jahren alleine zu Hause.

Unfassbar.


So, und nun kommt ihr ins Spiel. Normalerweise ist das hier ja wenig interaktiv. Ich erzähle von meinem Leben, während ihr einfach nur lest und euch hoffentlich an meinen Zeilen erfreut.

Aber HEUTE, ja heute, möchte ich ein bisschen Interaktion.

Ich hätte gerne Vorschläge von euch, was ich nun mit meinem freien Vormittag so anfangen kann.

Und wehe es schreibt nun einer „putzen“ oder „einkaufen“. Das wäre in etwa so, als würde mein Mann mir einen Mixer zu Weihnachten schenken.


Also los. Schreibt mal: Was macht man als Mama ohne anwesende Kinder?

Ich habe das vollkommen vergessen.


Apropos NICHT anwesend: Wisst ihr wo ich gestern -zumindest anfangs - durch Abwesenheit geglänzt habe?

Ich erzähle mal eben von meiner neusten Glanzleistung.

Meisterstück alá Weisheit und Perle.

Das ist wohl die neue Kategorie neben "Lifehacks" und "Lebenstipps".


Also: Ich habe es gestern geschafft ganze 20 Minuten zu spät zu dem aller ersten Elternabend meines Lebens zu erscheinen 


Ich sage euch: Das war sowas von peinlich. ALLE, ja ALLE Mamas und Papas saßen schon in einem Stuhlkreis in der Kita und hatten sich und ihre Kinder vorgestellt, lauschten gebannt den Erzieherinnen und der Kita - Leitung, die NATÜRLICH in dem Moment auch anwesend war und sahen mich GESCHLOSSEN mit großen Augen an, als ich dann auch endlich mal auftauchte. 

Was passiert war? Na ich bin neuerdings (eigentlich mega untypisch für mich, da ich sonst echt Ordnung brauche und einen inneren Monk habe, was Organisation und Tagesplanung angeht) total verpeilt. Ich war einfach der festen Überzeugung, das Ganze gehe erst um 20 Uhr statt 19.30 Uhr los. Hab also in Ruhe die Kids ins Bett gebracht und wolte mich gerade umziehen, als mir mein Fehler auffiel.

Bin dann direkt ins Auto und los.

Das wiederrum führte übrigens auch dazu, dass sich ALLE Augen auf mich IN MEINEM GARTENOUTFIT richteten. Also den Sachen, die ich maximal zu Hause anhabe und mit denen ich den halben Tag mit den Kindern im Sand gebuddelt hatte. Make-up? Nein. Haare on fleek? Wo denkst du hin.


War auf jeden Fall total unangenehm. Ich durfte mich dann natürlich auch nochmal vorstellen und die lieben Erzieherinnen mussten ihre Ansprache unterbrechen wegen mir.  Ich bin jetzt also erstmal nicht mehr die "Mama der Schwestern in der Gruppe" sondern "die Mama, die am ersten Elternabend zu spät war". Läuft bei mir. 

Irgendwie zweifelhaft, der Ruhm.


Und als wäre das noch nicht genug bin ich dann NATÜRLICH heute morgen auch noch ein paar Minuten zu spät gekommen, weil Sophia einen Zwergenaufstand geprobt hat und sich - ganz ladylike - 2545156 Stunden nicht entscheiden konnte, was sie anziehen will.

Steht der kleine Mensch, 2,5 Jahre wohlgemerkt, da und wirft Pullis aus ihren Kleiderschrank aufs Bett. Wie in einem schlechten Teeniefilm. Hätte ich fast lustig gefunden, wenn ich nicht gewusst hätte, dass das außer mir niemand wegräumen wird.

Heureka.....Wo soll das noch hinführen? 


Aber apropos Outfit: An die Mamas, welche - wenn sie ihr Kind morgens in aller Hergottsfrühe zur Kita bringen - total gestylt und bis in die Fingerspitzen poliert aussehen: Ich bin sauer auf euch!

Zeigt euch gefälligst mal ein bisschen solidarisch. Ich schaffe es gerade mal mich aus meinem Nachthemd zu pellen, 2 halbwegs gleiche Socken zu finden und mir ein Zopfgummi in den so genannten Mom-Bun, also Zottel-Dutt zu binden.

Wo bleibt bitte eure Nächstenliebe, wenn ihr mir städig eure perfekt lackierten Fingernägel, die adretten Blazer und die Hochsteckfrisuren unter die Nase haltet. Morgens um halb 8. Schämt euch.

Mal im Ernst: Wie ist sowas möglich? Gibt es ein Geheimnis, von dem ich nichts weiß?

Neulich habe ich gelesen, mal solle sein wie eine Ananas: Aufrecht stehen, Krone tragen und süß sein. Ich bin da dann wohl eher Typ alte Banane: Krumm, unpassend gekleidet (mal ehrlich Banane...gelb?!) und innen ganz matschig.


So, das faule Obst geht nun erstmal einen anständigen Menschen aus sich machen, aka Duschen. Und dann sehen wir weiter.


Ich wünsche euch einen ganz tollen Tag und lasst es euch gut gehen!