• Kathie

Über Putzkolonnen und das Modelbusiness

Donnerstag, JippiehYeah.

JippiehYeah sagt unsere Große immer.

Wenn es Pommes gibt.


Ihr lieben Leute. Schon wieder eine Woche vergangen. Geht es nur mir so oder rast die Zeit umso mehr, je älter man wird? Unglaublich ist das.

Und wenn man Mama ist dann rast die Zeit nochmal doppelt so schnell. Alle Eltern können das sicher bestätigen.


Und heute ist auch noch ein Feiertag. Christi Himmelfahrt. Oder von mir aus auch Vatertag.

Ich hoffe ihr genießt den Tag alle im Kreis eurer Lieben oder auch feiernd mit anderen Papas, Mamas oder lieben Freunden.


Ich könnte nun sehr viel darüber schreiben, wie bedeutsam ein Papa ist, wie wahnsinnig toll Flo mit seinen Töchtern ist und wie sehr ich ihn dafür liebe.

Aber er hat mir vorgestern eine Nachricht mit folgendem Inhalt geschrieben, damit ich mich beim Einkauf beeile: "Maus, Code braun. Doppelt. Komm heim!"

Code braun ist ein leicht zu entschlüssender Code. Er bedeutet quasi was er wörtlich bedeutet. Kot. Braun.

Was soll ich dazu sagen. Hier gilt wohl: Mama an die Windelfront.

Wie auch immer.


Diese Woche war auf jeden Fall mal wieder eine Menge los.

Wir hatten zum Beispiel auch eine ganze Menge Besuch.

Ich liebe das!

Freunde und Familie hier zu haben ist echt etwas Tolles. Die Mädels sind beschäftigt, man hat Gesellschaft, im besten Fall können die Kinder mit anderen Kindern spielen. Herrlich!


Aber manchmal -ganz ehrlich- ist das auch einfach nur anstregend. Ich erzähle euch mal was ich meine.


Mal vorweg:

Anstrengend ist es nicht bei der Familie oder sehr engen Freunden: Bei euch ist es mir egal wie es vorher oder hinterher oder während des Besuchs bei uns aussieht oder wie ich aussehe oder ob da noch ein Apfelsaftfleck auf dem Boden oder Milchkotze auf dem Shirt ist. Ernsthaft.


Aber es gibt auch Besuch - und ich denke das kennt jeder - da möchte man sich einfach von der besten Seite zeigen, zumindest halbwegs sauber sein und das Haus auch.

Da räumt man vorher extra auf und wischt jedes Staubkorn weg. Und dabei ist das doch eigentlich so sinnlos.

Aber alles andere ist der unentspannten Hausfrau eben peinlich und man fühlt sich automatisch zuückversetzt in die 60er, wo man mit Lockenwicklern das Abendessen für den Gatten vorbereitete, während man sich seine Schürze glatt strich, da ja sonst getuschelt werden könnte, man sei keine gute Hausfrau.

Ist ja schließlich auch Maß der Dinge.

Über meine Hausfrauen-Qualitäten habe ich euch ja bereits berichtet. ("Frühling, Haushalt und arrangierte Ehen. Hier: https://www.weisheitundperle.com/blog/untitled) Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus.


Weshalb es sinnlos ist vorher alles aufzuräumen (aber dem Besuch natürlich zu sagen "Guck dich nicht um, ich hab gaaaaar nichts geschafft und hier sieht es echt schlimm aus"):

Vielleicht ist es Murphy's Law aber GENAU dieser Besuch, bei dem man vorher so fleissig war, stiefelt wie selbstverständlich in matschigen Strassenschuhen über deinen eben gereinigten Boden, lässt seine Kinder mit Schokohänden deine hellen Couchkissen durch den Raum und gegen deine teure Deko werfen und denkt nicht mal im Traum daran, seinen Nachwuchs zu zügeln, wenn dieser hemmungslos den Kuchen in jedem einzelnen Raum des Hauses verteilt. Auf Einrichtung, Böden, Wände.


Also versteht mich nicht falsch: Ich hab nix dagegen, dass die Kids ein Chaos machen. Darin sind meine schließlich auch Meister.

Und ich möchte mich auch echt nicht in anderer Leute Erziehung einmischen. Mir egal wie es bei denen zu Hause läuft.

Möchte ja auch nicht, dass das wer bei mir macht.

Außerdem erwarte ich auch ganz bestimmt nicht von unserem Besuch oder deren Nachwuchs, dass sie bei mir aufräumen.

Sie brauchen nicht meine Fenster putzen oder die Betten neu beziehen. Und auch den gedeckten Kaffeetisch räume ich ab.


Aaaaaaber: Gebietet es denn nicht zumindest der Anstand, dass man seine Kinder dazu ermutigt, dass BobbyCar, was sie auf dem Dach in die Schaukel gestülpt haben wieder in die Garage zu fahren? Zumindest einen oder zwei der 358585 Millionen Bälle wieder IN das Bällebad zu packen?


Ich finde schon.

Und meine beiden Krawallmacher müssen das auch.

Zu Hause wie auf Besuch.


Merkt man, dass ich mich diese Woche ein BISSCHEN aufgeregt habe?

Sorry, lieber Leser.

Ach und wo wir gerade bei Erziehung sind: Ich höre derzeit sooft den Satz "Mein Kind muss von Anfang an (...das und das....) lernen". Und irgendwie ist das ebenfalls so sinnlos.

Wie die Numer mit dem Aufräumen.

Denn: Nur weil Sophia und Greta beispielsweise derzeit oft bei uns im Bett schlafen (meistens quer mit einem Fuß oder einer Hand in meinem Gesicht) heisst das noch nicht, dass sie das in 15 Jahren auch noch machen.

Hoffe ich zumindest.


Überraschender Fakt für alle: So sehr man das auch will... die Kleinen haben einen eigenen Charakter mit eigenen Zügen und einem eigenen Kopf.

Bitte dabei bedenken.

Lässt sich schwer formen.

Nur begleiten könnt ihr. BEGLEITEN.

Und wenn ihr schon beim Begleiten seid: Begleitet sie doch bitte zur Spielzeugkiste um etwas hineinzuwerfen, wenn ihr irgendwo eingeladen seid und fahren wollt.



"Viele Hände - schnelles Ende" sagte meine Mama immer.


Apropos schnelles Ende: Ein solches hat mein letzwöchentlicher Fernsehabend gefunden. Nachdem nur Germanys Next Topmodel by Heidi Klum im Fernsehen lief und ich es mir kurz angeguckt habe, bin ich dann doch lieber ins Bett.

Eigentlich liebe ich Trash-TV. Ist ja spannend. Man kann sich so herrlich angucken wie Akteure im Sozialen Kontext auf der Bühne des Lebens agieren.

Da spricht die Soziologin aus mir.

Schließlich spielen wir (Achtung Zitat, Erving Goffman) alle Theater. Das Leben ist eine einzige Selbstdarstellung.

Meint: Wir sind je nach Situation anders. In den verschiedenen Rollen. Als Frau, als Kollegin, als Mutter, als Bezahlende an der Supermarktkasse. Ihr wisst schon. Verblüffend.

Und jetzt eben in einer Castingshow vor Kameras.


Naja jedenfalls: GNTM war selbst mir zu blöd.

Wie kann man denn behaupten, das MEEEEEDSCHJEN habe sich in der Woche "gut" oder gar nicht entwickelt?

So VONG Persönlichkeit her?!

(ACHTUNG! Ich habe eben versucht die Jugendsprache zu benutzen. Habe ich das richtig gemacht? Kann mir das einer sagen? Das wär 1 Niceigkeit. I bims, die Hardcore-Lernerin der krassen Deutschsprache.)

In einer Woche entwickelt sich gegebenfalls Fußpilz oder Schimmel in einer vergessenen Brotdose. Aber sicher kein Charakter und/oder Können. Könnte das mal jemand der guten Model-Muddi sagen?

Danke.


In dem Sinne: Ich hole mir nun Chips.

JAAA ich gebe es ja zu.

Alles nur Neid Mädels. ALLES NUR NEID!


Und um den Bogen mal wieder ins Positive zurück zu spannen:

Lieber Papa, alles Liebe zum Vatertag. Du warst immer und bist der Beste!

Danke für alles.


Es war mir eine Freude mit euch, liebe Leser. Wie immer. Bis nächste Woche!


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