• Kathie

Ostern, Löwen und Babyzähne

Wie sicherlich der ein oder andere von euch mitbekommen hat, war vergangenes Wochenende der Osterhase da.

Unser Haus und unser Garten haben sich - natürlich wie von Zauberhand, fragt meinen Mann!- piekfein herausgeputzt, die gefärbten Eier haben sich versteckt und die Schokoladenhasen haben sich eingekauft und nach Hause getragen.

Die Feiertage konnten kommen!


Leider hatte unsere Große etwas Angst vor dem Osterhasen, nachdem mein Mann mit ihr durch den Wald gefahren ist (im Auto natürlich) und sie dauernd erschreckt hat, hier oder dort würde der Hase gleich hinter einem Baum hervorspringen.


Da half auch nicht mehr, dass ich mit ihr in Ruhe nochmal dorthin spaziert bin um Moos und Zweige für ihr Osternest zu sammeln.

Sie ist der festen Überzeugung, der Osterhase und der Nikolaus stecken unter einer Decke.

Und anscheinend sind sie natürlich da, um Kinder zu erschrecken. Ganz klare Sache!

Ich hoffe das Trauma ist bis zum nächsten Weihnachtsfest überwunden.


Wie auch immer... die Osterfeiertage sind ja traditionell dazu da, sich total zu überfressen, der absoluten Völlerei keinen Einhalt zu gebieten und sich mit der lieben Familie zu treffen.

Selbstverständlich fand die ganze Veranstaltung in diesem Jahr bei uns statt. Mit zwei kleinen Kindern im Haushalt liebt man es schließlich, abends um 22.30 Uhr zwischen Dauertrösten ("Mama, nein Osterhase kommt!") und Schuller-Nachschieben noch einen Kuchen zu backen.


Dazu gibt es dann auch nicht mehr viel zu erzählen. Es war genau, wie eine Familienzusammenkunft so ist.

Hat echt keine Tradition wenn nicht mindestens einer zu müde ist um teilzunehmen, einer zu spät kommt und einer den Kids soviel Süsskram gibt, dass sie wahrscheinlich nie wieder schlafen.

War schön.


Den Ostermontag haben wir uns allerdings mal frei genommen nur für uns vier und waren im Zoo.

Tolle Idee an einem Ostermontag bei gutem Wetter. Hatten auch nur wir, die Idee. Nicht.


Der Tag war allerdings dann - ganz ironiefrei - echt toll.


Der Zoo ist mit Kindern nochmal viel spannender.

Da sieht man echt Sachen, die einem sonst sicher entgangen wären.


Und Zoo mit meinem Mann ist einfach ein Genuss.

Beispielsweise hat es sich Flo nicht nehmen lassen mehrfach auf den Umstand hinzuweisen, dass das Löwengehege (Was für majästätische Tiere!) direkt am Kinderspielplatz liegt. Er findet das unverantwortlich. Da würden ja immer "laufende Fleischbrocken" vor der Löwennase rumrennen, das wäre doch agressivitätsfördernd. Ich habe mich kurz gefragt ob Löwen da nicht lieber Erwachsene essen würden - ist ja mehr dran- und ob es nicht letzlich egal ist, WO das Gehege ist bzw wo im Zoo ein Löwe ausbricht.

Habe aber lieber meinen Mund gehalten.

Halte nie einen Mann auf, der eine Mission hat!


Ich fand ja übrigens die nicht eingesperrten Störche über unsere Köpfen viel spannender... viele typische Nester in den Bäumen und auf den Dächern, ich war ganz fasziniert.

Wollte Sophia kurz was über Störche und Babys erzählen. War ihr aber egal.

Sie fand nämlich währenddessen die Giraffen ganz cool.... das absolute Highlight für sie war allerdings ein Zebra aus Kunststoff, von dem sie nicht mehr runter zu bekommen war. "Mamaaaaaaaa, das ist ein Wie-ein-Pferd-aussieht! Da kann man drauf reiten!!!" Und muss man dann auch.




Ob sich der Zoobesitzer dass wohl so gedacht hat? Einen riesigen (übrigens extrem tollen) Westernspielplatz aus Holz und zum Klettern zu bauen, damit die Kinder dann auf der Zoodeko rumklettern? Ich fürchte nicht.


Also an dieser Stelle: tut uns leid. Das Kind hat den Dickkopf seines Vaters geerbt. Okay okay...ich gebe zu. MEINEN Dickkopf.


Und Greta? Die Kleine hat Montag rein gar nix von ihrer Umwelt interessiert.

Ihr war nur ihr absolut zernüllter Zwieback und die Hirsestangen wichtig.

Wusstet ihr dass das Zeug in Spucke - Verbindung wie Kleister klebt um dann zu Zement zu werden?

Wenn ihr nicht SOFORT nach den Essversuchen ein Feuchttuch zur Hand habt hilft nur noch der Kärcher.


Alles in allem: ein ganz normaler Familienausflug.


Aber wie immer schweife ich ab. Nun wissen wir nämlich auch WIESO die Knabberei Ostermontag so wichtig war für unsere Tochter: Der erste Zahn ist da.


Hat man bei der Großen noch ne Flasche Sekt aufgemacht um das zu feiern, stundenlang versucht das Zähnchen zu fotografieren um das zu verewigen und ALLEN die es hören wollten oder auch nicht davon erzählt, so ist es bei der Kleinen wohl eher eine -zugegebenermaßen verzweifelte- Randnotiz.


Das ist eine Weigerung, diese kleinen weißen Teufel, die mit ihren messerscharfen Spitzen die Kiefer meiner Mädels durchstoßen und Fieber, Quängelei, wunde Popos und schlaflose Nächte mit sich bringen auch noch zu huldigen.


Hat irgendjemand Tipps? Habe von Bernsteinkette bis Globuli, von Salbe bis Beissring ALLES probiert.....


Aber wisst ihr was? Zum Glück sind Sophias Zähne auch noch nicht alle da. Und somit ist ihre Schwester nicht alleine in dieser Zeit.

Welch ein ironischer Trost.