• Kathie

Schreiben gegen die Panik

Tja, CK steht 2020 nicht mehr für eine bekannte Modefirma sondern für etwas ganz anderes: Die Corona-Krise.


Kurz hab ich überegt, ob ich echt noch zu Corona bloggen soll.

Schließlich gibt es inzwischen gar kein anderes Thema mehr und es wurden schon 1000te Artikel darüber verfasst.


Ich hab mich nun doch entschieden es zu tun. Denn ich denke, dass wir alle (die Menschen erreichen können, auf was für Wegen auch immer) die Verantwortung haben aufzuklären und dazu aufzurufen, dass wir gemeinsam diese Situation schaffen werden.


Außerdem hilft mir das Schreiben aus meinem Gedanken-Karusell und ich hoffe ich kann damit vielleicht auch noch dem ein oder anderen helfen oder erreichen.



Corona macht Angst. Ja.

Aber solange wir solidarisch bleiben, nicht in Panik verfallen und alle "Flattenthecurve" betreiben wird das alles vorüber gehen und wir werden gestärkt aus der Krise hervorgehen.


Flattern the curve? Was soll denn das sein?

Das bedeutet ganz einfach, dass man die (sonst exponentielle) Kurve der Ansteckung so bewusst auf die Achse Zeit schiebt ,dass unser Gesundheitssystem mit der Menge der zeitgleichen Erkrankungen zurecht kommt.


Also, nein: Covid 19 wird uns nicht alle umbringen.

Aber wenn wir uns nicht an die Maßnahmen halten wird eventuell eine Erkältung ein Frühchen oder einen Chemopatienten umbringen, weil einfach kein Arzt oder Pfleger mehr da ist, der sich kümmern könnte.

Und kein Desinfektionsmittel übrigens.

Die vielen Corona-Erkrankten würden dann die Intensivbetten belegen und das wackelige System würde wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen und kollabieren.


Wir hatten auch vor der Pandemie bereits einen krassen Pflegenotstand... leider merken aber die meisten erst jetzt, was das bedeutet.


Wir müssen um jeden Preis verhindern, dass ein Arzt entscheiden muss, wen er beatmet und wen eben nicht.


Und mit WIR meine ich uns alle.

Auch wenn du gesund bist und kein Risikopatient kannst du nämlich jemanden anstecken und das Virus verbreiten.


Die Maßnahmen, die getroffen wurden (und ich denke die finale Ausgangssperre ist nur eine Frage der Zeit) sind somit sinnvoll.

Scheisse sind sie, ganz klar. Aber sinnvoll.


Im Moment ist das Sozialste eben, soziale Kontakte zu vermeiden. Ja, JEDEN überflüssigen sozialen Kontakt.

Manchmal - auch bei uns - lässt sich nicht völlig alles vermeiden, denn wir müssen arbeiten.. aber sofern es eben geht: Bleibt bitte zu Hause!


Und mal ehrlich: Wir müssen auch den Experten einfach vertrauen. Natürlich ist auch z.B. eine Influenza schlimm... und ja die gibts jedes Jahr...aber hier gibt es weder einen Impfstoff, noch ist die Mortalitätsrate in Risikogruppen vergleichbar.


Hamstern


Das damit nun gefühlt alle anfangen ist irgendwie auch verständlich. Der Gedanke daran eventuell seine Kinder nicht mehr satt zu bekommen ist einfach krass beängstigend.

Aber es gibt KEINE (!) Gefährdung in Richtung Nachschub! Wir haben keinen Lieferengpass, es wird nur alles schneller leer gekauft derzeit.


Denkt bitte an eure Nächsten: Wenn der 84Jährige einmal die Woche unter Todesangst in einen Supermarkt geht muss auch er etwas zum Überleben vorfinden!


Hamstern ist also absolut asozial.

Versorgt euch! Versorgt euch auch ausreichend für eine mögliche Quarantäne. Aber bleibt dabei fair.


Corona-Scheuklappe

Brennt es noch in Australien? Gibt es gerade eine Waffenruhe in Kriegsgebieten? Was macht Syrien? Sterben noch Menschen an europäischen (!!!) Aussengrenzen?

Weisst du nicht?


Dann geht es dir wie sicher den allermeisten Anderen.

Corona bestimmt jeden Feed, jede Chronik, jede Nachrichtensendung und unser aller Köpfe.


Nichts desto trotz dreht sich die Welt auch in anderen Bereichen weiter.

Wenn wir alle wegschauen - was dann?


Der Frage ist doch: Wer zieht gerade Nutzen aus der Angst und Panik, wer nutzt die Schockstarre aus?


Ich mache mir große Sorgen um die politischen Folgen dieser Krise.


Nicht zuletzt auch deshalb, weil ein Rechtsruck wahrscheinlich wird.

Es ist nämlich nun leider einfacher laut zu fordern, man solle sich abschotten und Grenzen dicht machen. Es ist leichter (rassistisch) auf einen Passanten zu schauen und ihn vorzuverurteilen. Egal ob aus China, Italien oder der Türkei.

Und das passiert. Genau jetzt. Die gesellschaftlichen Auswirkungen werden immens sein.


Bitte haltet das zumindest im Hinterkopf: Lasst den Virus nicht euer Denken verändern!


Und liebe Leute (ich weiss das wurde schon tausendfach zitiert, aber es ist einfach so wichtig!): Wenn ihr auf 50kg Mehl und 38 Packungen Nudeln sitzt und Angst vor eurem niesenden Nachbarn habt, dann URTEILT auch nie mehr über die Familien, die vor Krieg und Hunger flüchten müssen.


Lasst uns bitte gemeinsam auch auf unsere Freiheit und Demokratie achten!


Wirtschaftliche Auswirkungen

Auch die finaziellen Auswirkungen dieser weltweiten Krise werden uns alle nachhaltig beschäftigen.


Ich denke da natürlich an die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die um ihre Existenz bangen müssen.

Das ist grausam.


Hier wird weder Kurzarbeitergeld noch eine Versicherung helfen und das lastet hart auf den Schultern dieser Menschen, zusätzlich zur Sorge um ihre Lieben.


Die allermeisten haben nun finanzielle Einbußen: Durch die weiter zu bezahlende aber ungenutzte Betreuung UND den Lohnausfall aufgrund von unbezahltem Urlaub wird ein großes Loch in viele Haushaltskassen gerissen.


Aber was ist das schon im Vergleich zu dem Verlust von vielen Menschen? Oder auch nur einem Menschen, der uns am Herzen liegt?


Betreuung

Apropos Betreuung: Natürlich ist es erstmal ein bisschen ungewohnt seine Kinder mindestens fünf Wochen lang ablenken und beschäftigen zu "müssen".

Ich bin sehr gerne mit Ihnen zusammen und liebe die Zeit mit ihnen..aber sämtliche Freizeitaktivitäten kommen nun mal nicht in Frage. Das ist für die Kinder schwer zu verstehen.


Es ist sicher manchmal (auch gegen Empfehlung) nicht zu ändern und man MUSS seine Kinder durch die Großeltern betreuen lassen. Das ist okay, sofern die Oma und der Opa fit sind. Wichtig ist nur den Kontakt zu anderen einzuschränken und eben auf ein Minimum (wie Familie) zu reduzieren.


Und das ist einfach schwer zu erklären.


Ich habe meinen Töchtern gesagt dass sie weder zum Kindergarten noch zum Reiten oder Tanzen können, einfach weil wir denen helfen müsse, die diese Hilfe brauchen. Sie verstehen das. (Andererseits haben sie natürlich keine Vorstellung davon, was 'Wochen' bedeutet)


Das ist letzlich aber das, was wir alle (nicht nur zur Zeit) beachten sollten:

Denkt an euren Nächsten! Seid für euch da! (Im Moment eben ohne direkten Kontakt)


Dubiose Nachrichten und Informationsfluss

Im Moment gibt es gefühlt stündlich eine neue Whatssapp-Rundmail und Panikmache.

BITTE LASST EUCH DAVON NICHT BEEINFLUSSEN!


Informiert sein ist gut, aber bitte bei den richtigen Quellen. Hier könnt ihr euch an die Seite der Bundesregierung (Wird ständig aktualisiert), des Robert-Koch-Instituts (RKI) oder der WHO wenden.


Und guckt auch, dass ihr keinen Info-Überfluss bekommt.

Wenn es euch zuviel wird, verzichtet zumindest zeitweise auf neuen Input in diese Richtung, damit euer Kopf frei bleibt.

Damit meine ich NICHT (das möchte ich ganz klar sagen) dass ihr wegschauen sollt, aber filtert die Infos um nicht durchzudrehen.


Ich habe schon 28 Verschöwungstheorien gelesen (wahr oder nicht ist irrelevant) bislang. Ich lese Diskussionen bzgl Erziehungsstilen in Corona-Zeiten und Gender-Diskussionen ala "Wieso müssen Mütter zu Hause bleiben". All das ist gerade so überflüssig.

Fokussiert euch.


Wenn ihr zuviel Angst habt zieht euch zurück und meditiert. Versucht weiter positiv zu denken. Auch oder GERADE jetzt.



Das wichtigste was ich sagen möchte ist einfach:


BITTE (!) verfallt nicht in Panik.

Denkt an die Leute, die unsere Hilfe brauchen.

Seid vernünftig.

Lasst euch nicht von irgendwelchen dubiosen Whatsapp-Nachrichten und Halbwahrheiten verunsichern.

Dankt dem medizinischen Personal und allen in Ver-und Entsorgung für ihren Einsatz...Sie arbeiten für UNS und halten alles am Laufen. (Hier könnt ih rum 21 Uhr in Deutschland und um 22 Uhr in Europa dem Corona-Applaus beistimmen, ein Akt der Solidarität in diesen Zeiten).


Bleibt gesund.

Wir schaffen das!