• Kathie

Vereinbarkeit – und jetzt?


Vor bereits einer ganzen Weile hatte ich einen Text zum Thema Vereinbarkeit geschrieben, ihn aber bislang nicht veröffentlicht.

Nun hat sich alles geändert. Die weltweite Pandemie Corona ändert jedes Modell, den Blickwinkel und alle Menschen in 2020.

Dennoch – oder gerade deshalb möchte ich den Text nun veröffentlichen.. und ggf. noch das ein oder andere an Gedanken hinzufügen.





Vereinbarkeit.

Ein schönes Wort für etwas, was ganz schön zerreißen kann, Gemüter erhitzt und die Gesellschaft spaltet.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Klingt schön?

Vielleicht.

Aber: Ist das reine Semantik?

Der Duden sagt, das Wort ist ein feminines Substantiv mit der Bedeutung „Vereinbarsein“.

Aber geht das überhaupt?

Familie und Beruf vereinbaren?

Fakt ist:

„Im Jahr 2018 waren 62,8 % aller Eltern mit Kindern unter sechs Jahren aktiv erwerbstätig. Dabei waren 93,6 % der erwerbstätigen Väter voll­zeit­be­schäf­tigt, während nur 6,4 % einer Teilzeittätigkeit nachgingen. Bei den Müttern war das Verhältnis um­ge­kehrt und fiel insgesamt weniger drastisch aus: von ihnen gingen 28,4% einer Vollzeit- und 71,6 % einer Teilzeitbeschäftigung nach. Mit steigender Kinderzahl wächst auch der Anteil der Väter in Teil­zeit­jobs, wenn auch nur leicht. Während 6,1 % der Väter mit einem Kind im Vor­schul­al­ter eine Stelle mit reduziertem Stundenumfang haben, arbeiteten 8,9 % der Väter mit drei und mehr Kindern Teilzeit.“ (Quelle: Statistisches Bundesamt - https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-3/eltern-teilzeitarbeit.html)

Fast 63 Prozent aller Eltern arbeiten also neben der Erziehung(sarbeit) und sind demnach vor die Herausforderungen von Vereinbarkeit gestellt.

Das ist ja eine ganze Menge.

Es bedeutet wohl, dass das „klassische“ Familienmodell – einer bringt das Geld heim, der andere kümmert sich um Haushalt und Familie - nur noch selten gelebt wird.

Das auch der zweite Partner, meist die Mutter, schnell (häufig bereits nach einem Jahr) wieder zumindest in Teilzeit arbeitet, ist die Regel.

Soweit so gut. Oder so schlecht?

Vorweg mal:

Was DU für ein Modell lebst ist eine Sache, die ausschließlich dich und deine Familie etwas angeht.

Wenn ihr finanziell und emotional und/oder aus anderen verschiedenen Gründen entschieden habt, dass du zu Hause bleibst: Cool.

Wenn ihr entschieden habt, dass du nach 8 Wochen Mutterschutz wieder arbeiten gehst: auch cool!

Wenn ihr euch zwischendurch umentscheidet: Bitte!

Sicher ist aber wohl, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine unheimlich große Aufgabe ist.

Sie beinhaltet nicht nur die Verhandlung mit dem Arbeitgeber, dem Deal weniger Entgelt (und Rente) zu erzielen, sondern das Gelingen hängt auch von vielen vielen anderen Faktoren ab.

Da wäre zum Beispiel die Betreuung. Kleines Wort für eine riesen Sache.

Denn: Hast du kein „Dorf“ was dein Kind mit dir erzieht und außerdem keinen Kitaplatz bekommen (denn die sind rar gesät), dann kann dein Arbeitgeber deinem gewünschten Arbeitszeit - Modell gern zustimmen.

Aber du kannst trotzdem nicht arbeiten.

Unsere Bundesregierung, genauer das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie unsere Landesregierungen stellen uns zahlreiche Informationsquellen zur Verfügung zum Thema Vereinbarkeit und auch Betreuung.

Auf der Seite „familien-mit-zukunft.de“ zum Beispiel findet man mit wenigen Klicks Tipps zur Betreuung von Kindern.

Hier heisst es:

„Verlässliche und flexible Kinderbetreuungsangebote sollen Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Grundsätzlich hat jedes Kind den gesetzlichen

Anspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung.

- von der Vollendung des ersten Lebensjahres bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres in einer Kindertageseinrichtung oder in Kindertagespflege

- ab einem Alter von drei Jahren bis zur Einschulung in einer Kindertageseinrichtung.

Die Betreuungsangebote können von verschiedenen öffentlichen oder freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe kommen. Auch Mehrgenerationenhäuser oder Mütterzentren bieten verschiedene Formen der Kinderbetreuung an. Welche familienfreundlichen Einrichtungen mit welchen Angeboten vor Ort Familien unterstützen, zeigt die Aktionslandkarte. Viele Einrichtungen bieten auch eine Randzeiten-Betreuung - vor allem für Vorschul- und Grundschulkinder, als Ergänzung zu den Öffnungszeiten der Kitas und Schulen.“ (http://www.familien-mit-zukunft.de/?47CF5AB8E08140F9BA193AC8DA7E3DAE)

Aha.

Aber ist das nicht eher reinste Theorie?

Eine Freundin hat mal zu mir gesagt: „Kathie weisst du, entweder ich hab eine Betreuung oder ich hab keine! Auch wenn theoretisch 37 Tagesmütter im Umkreis zur Verfügung stehen,heißt das noch lange nicht, dass mein Kind dort sein kann. Theoretisch könnte ich den Kleinen auch jemanden an der Supermarktkasse mitgeben! Würde ich aber auch nicht machen!“

Sie hat es damit auf den Punkt gebracht.

Denn selbst wenn ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stehen würden (und man beachte den Konjunktiv!) heisst das noch lange nicht, dass auch ausreichend Betreuung da ist.

Weil – und das ist der entscheidende Faktor, der nur leider immer übersehen wird – die KINDER müssen das ganze ja auch mit machen!

Sie müssen in diesem System funktionieren.

Und glaubt mir, alleine diesen Satz zu schreiben widerstrebt mir schon enorm.

Man sollte bedenken: Abgesehen von dem schlechten Gefühl, was du vielleicht als Mama hast wenn du dein Kind abgeben musst heißt es ja nicht automatisch, dass das Kind sofort geborgen ist.

Es braucht Zeit und Fingerspitzengefühl, gerade bei den Kleinsten.

Und die Zeit fehlt eben häufig.

Aber machen wir mal einen kleinen Sprung vorwärts.

Angenommen wir befinden uns nun aber bereits einen Schritt weiter.

Der Status Quo ist: Beide Elternteile gehen einer Beschäftigung nach, die lieben Kleinen gehen (im besten Fall gern) jeden Tag in eine Fremdbetreuung und alles ist scheinbar geregelt….

Ist das die Vereinbarkeit hergestellt?

Ich glaube nicht.

Jede Mama weiss wohl, dass mit Kindern erstmal nichts wirklich Bestand hat.

Situationen, Meinungen und Gefühle können sich manchmal minütlich ändern. Sie werden mit jedem Entwicklungsschritt anders. Wahrnehmungen, Empfindungen, Meinungen. Das alles lernt das Kind erst mit der Zeit einzuordnen. Es wird immer wieder reflektiert, neu bewertet und kann auch überfordern. Von der viel beschriebenen Trotzphase bis zur Pubertät lernt der Mensch kontinuierlich dazu, mit seinen Gefühlen umzugehen.

Das heisst aber erstmal:

Keine Woche ist wie die andere und Wörter wie Flexibilität und Standard werden für einige Jahre zu Fremdbegriffen.

Da steht man dann also trotz scheinbar feststehendem Modell täglich vor der Frage: Wie flexibel ist mein Arbeitgeber nun mit mir?

Je nach Betriebsgröße, Mitarbeiterzahl und Branche wird das wohl unterschiedlich sein.

Sicher ist jedoch: Der Dorfzahnarzt kann wohl schwerer darauf warten, dass seine Prophylaxehelferin den ersten Patienten übernimmt, als Daimler Benz einen Bandmitarbeiter für ein paar Stunden verschmerzen kann.

Und dann sind da ja auch noch die Kita-Viren, die jedes Jahr und das ganze Jahr Tausende von schön herbei gebastelten Vereinbarkeiten einfach zu Nichte machen.

Oft sind dabei bereits im Frühjahr die 10 Krankheitstage, die einem pro Kind zustehen, aufgebraucht. Danach heisst es dann unbezahlter Urlaub. Und das obwohl die Krankschreibungen des Kindes schon finanzielle Einbuße bedeuten.

Schafft man es aber mal pünktlich zur Arbeit ist da dann häufig das Zerissen-Sein in zwei Welten.

Man versucht oft in Teilzeit die Leistungen zu erbringen, die andere in der vollen Zeit schaffen und trotzdem pünktlich das Büro zu verlassen um Tochter und Sohn nicht vor der Schule im Regen stehen zu lassen.

Mit ganz viel Pech sind da noch (kinderlose) Kollegen, die nicht verstehen, warum man am Schichtende in Windeseile Kulli oder Hammer fallen lässt und schon zur Tür raus ist.

Das ist ja auch faul – schließlich arbeitet man ja eh so wenig und verlässt dann noch fluchtartig den Arbeitsplatz. Wie kann man nur die Arbeit einfach liegen lassen?! Ich hoffe ihr lest die Ironie.

Aber auch vielleicht nur unbedacht getroffene Aussagen wie „Sie sind ja nur in Teilzeit und können daher nicht mitreden“ sind harter Tobak dem man am liebsten ein lautes „Dein Ernst??!?“ entgegen schmettern würde.

Mit Glück sind da verständnisvolle Kollegen und Vorgesetzte, die wissen, dass es sich um Minuten und quasi nur einen „Schichtwechsel“ handelt.

Aber dann umtreibt einen meist das schlechte Gewissen, dass man eben diese Kollegen tatsächlich mit der Arbeit hängen lässt.


So ist man gefangen in zwei Welten und schafft weder hier noch dort alles was man will.

Vergessen wird dabei häufig, dass das auch gar nicht möglich ist!

Eltern zu sein, Haushalt, Arbeit, Partnerschaft, Freunde, Hobbys und alles weitere unter einen Hut zu bekommen ist oft einfach eine Mammutaufgabe.

Unvereinbar eben.

Und ich?

Ich lebe unvereinbare Vereinbarkeit. Und zwar jeden Tag neu.

Ganz praktisch bedeutet das: Ich habe eine Teilzeit-Anstellung mit 19,5 Wochenstunden, mein Mann eine 40-Stunden-Vollzeitarbeit und meine zwei- und dreijährigen Töchter sind 27.5 Stunden die Woche in Kindergarten und Krippe betreut.

Notwendige Überstunden und Fahrzeiten zur und von der Arbeit bedeuten dennoch: Ohne mein „Dorf“ - konkret die Großeltern – könnte ich das nicht schaffen.

Das bedeutet auch: Ich kenne das schlechte Gewissen.

Meinen Kindern gegenüber, weil sie so lange getrennt von mir und meinem Mann sein müssen.

Meinen Kollegen gegenüber, weil ich sie sooft „hängen lassen“ muss, auch wenn ich weiss, dass sie es nicht so sehen.

Meinen Eltern und Schwiegereltern gegenüber, weil ich ihnen viel zumute.

Meinem Mann gegenüber, weil selten Zeit bleibt, für unsere Vereinbarkeit.

Meinen Freunden gegenüber.

Meinem Blog gegenüber.

Meinem Sauberkeitsempfinden gegenüber.

Ihr wisst was ich meine. Die Liste ist fortzuführen. Perfektionismus wird erwartet, obwohl wir doch wissen, dass niemand perfekt ist.

Klassischer Mentalload, wie es so schön heisst.

Aber (und hier kommen wir wieder zur Ironie): Denk unbedingt daran, den Kuchen für den Basar zu backen! Diese Mail muss heute noch raus für den wichtigen Vertrag an Firma Steinert! Hast du schon das Geburtstagsgeschenk für Mara besorgt? Wie, du musst schon wieder los nach Hause…. Gleich ist Meeting! Die Butter ist alle und das Brot auch!

Und auch wenn die meisten jetzt wohl denken werden: Aber das schlechte Gewissen brauchst du doch nicht haben?!

So werden viele auch denken: „Zu Recht hast du das!“

Und da liegt das ganze Problem.

„Mutterschaft unterliegt einer starken Professionalisierung. Wenn Mütter nicht daran kaputt gehen wollen, müssen sie Ansprüche runterschrauben, die Aufgaben reduzieren und sich diese mit (…) Betreuungseinrichtungen teilen“ (Christina Mundlos in Mütterterror)

Gilt auch für Väter übrigens.

Geht es also um zu hohe Ansprüche an uns selbst? An uns alle?

Zu festgesetzt in unseren Köpfen?

Wenn wir versuchen alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen, alles gleichzeitig, alles perfekt und alles wie Experten zu machen, wird definitiv vieles auf der Strecke bleiben. Vor allem wir selbst. Da bin ich ziemlich sicher.

Zeitmanagement bzw. FEHLENDES Zeitmanagement ist aber hierbei aber nicht das Problem.

Du bist nicht unorganisiert nur weil du nicht alles schaffst.

Die Verantwortung und der Druck sind einfach zu groß.


Aber ist Vereinbarkeit damit gescheitert?

Auch da: Nein!

Nicht unbedingt.

Was passieren sollte ist ein Umdenken.

Umdenken in Richtung Familienfreundlichkeit.

Keiner sollte ein schlechtes Gewissen haben wenn er sein Kind in die Betreuung gibt.

Keiner sollte ein solches haben, wenn er zu Hause bleibt.

Niemand sollte sich schämen, weil er „nur“ in Teilzeit arbeitet.

Renten sollten angepasst werden. Lohn/Gehalt ebenfalls.

Betreuung braucht größeren Stellenwert. Auch in Betrieben.

(Dazu braucht es übrigens auch deutlich mehr Erzieher, die einen Wahninns-Job machen. Schließlich kümmern die sich um das Wichtigste, was wir haben und werden dafür viel zu schlecht bezahlt. Aber das ist ein ganz anderes Thema)

Es braucht gesellschaftliches Umdenken.

Politisches Handeln.


Wenn Gesellschaft sich ändert und alte Rollenbilder und Strukturen aufgeweicht werden, müssen auch die Rahmenbedingungen angepasst werden.

Sprechen wir darüber.

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Tja, und dann, ganz plötzlich, ist JEDES noch so mühsam erschaffene Modell hinfällig.

Eine weltweite Pandemie löst den Ausnahmezustand aus.

So viele Eltern wissen schlicht nicht mehr, wie sie die Betreuung gewährleisten sollen, sowohl Kita als auch Oma/Opa/das Dorf fallen als Möglichkeit weg und im Zweifel sind Mütter derzeit DOPPELT unbezahlt, einmal für die CareArbeit, einmal weil sie unbezahlt zu Hause bleiben müssen.

Um das mal vorweg zu nehmen:

Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Regierung gerade einen guten Job macht. Die Maßnahmen sind gut überlegt und der Shutdown schlicht notwendig.

Wenn wir nur ein einiges Leben damit retten ist es das alles wert!

Die BRD legt gerade eins der weltweit besten Krisenmanagements und auch einzigartige Wirtschaftshilfen vor.

Aber sicher ist dennoch: Gerade werden die Kleinsten und die Familien schlicht vergessen.

Vergessen wird einfach, dass die meisten Eltern ihre Kinder nicht fremd betreuen lassen, weil sie eine Auszeit von ihnen wollen, sondern weil sie in dieser Zeit einer Arbeit nachgehen.

Vergessen wird auch, dass die Kinder einfach sehr unter dieser Situation leiden. Für sie sind das nicht verlängerte Ferien, sondern sie wurden ohne Vorwarnung aus ihrem Umfeld gerissen, ihrem Alltag. Sie können plötzlich ihre Freunde und auch geliebte Bezugspersonen (Erzieher) nicht mehr sehen. Manchmal gibt es nicht mal mehr die Option sie wieder zu sehen, weil sie ab Sommer in die Schule gehen oder zum Beispiel von der Krippe in den Kindergarten wechseln, so wie Greta. Die Kita ist kein Abladeort für einige Stunden sondern ein wichtiger Bezug!

Vergessen wird weiterhin, dass die Kids in neuen Grenzen leben, die vorher ihre ganze Freiheit waren. Spielen, toben, mit anderen Kindern. Man öffnet also wieder Wertstoffhöfe, erwartet aber dass die Kleinen zu Hause brav rumsitzen.

Vergessen wird außerdem, dass es vielleicht möglich ist, mal einige Tage im Homeoffice zu überbrücken, während ein oder mehrere Kleinkinder um einen herumwuseln, aber über Monate? Das kann nur jemand überlegt haben, der eine Nanny hat… denn dabei bleibt entweder die Konzentration auf der Strecke oder die Aufsichtspflicht wird verletzt.

Irgendwie fehlt den Familien, den Kindern gerade eine ganz klare Lobby. Es scheint als würden die Entscheidungen, die unser Leben so maßgeblich beeinflussen von Menschen getroffen, die diese Situationen schlicht nicht KENNEN und damit bewerten können.

Also versteht mich nicht falsch: Ich LIEBE die Zeit mit meinen Mädchen und kann sie sehr bewusst geniessen.

Der Spagat ist aber nicht leistbar.

Und da habe ich nun noch nicht mal von den Kindern gesprochen, die aus nicht so stabilen Familienverhältnissen kommen und bei denen Kita und Schule die Flucht von zu Hause war.

Letztlich steht fest:

Die Familien als Fundament der Gesellschaft werden einfach vergessen.

Jetzt höre ich bereits die Rufe des Whataboutism: „Jaaahhhaaa, aber denen geht es schlechter! Was ist mit den Unternehmen? Gastronomie? Kunst/Kulturszene?“

Und ja: Das ist wahr. Hier geht es um existenzielle Dramen und das ist furchtbar.

Aber als Ausrede zu sagen: „Denen geht es ja viel schlechter!“ (Also stell dich nicht so an!) ist wie zu sagen: „Denen geht es besser, also fühl dich nicht so gut!“ Total sinnlos.

Neulich wurde mir in einer Diskussion um diese Sache (natürlich digital geführt) gesagt: „Ja, das ist immer leicht sich zu beschweren, aber hast du eine bessere Idee?“

Abgesehen davon, dass ich mich gar nicht beschwert habe, sondern nur meine Traurigkeit darüber ausdrücken wollte, dass die Kinder so leiden muss ich sagen:

Nein, jetzt nicht mehr.

Die Chance wurde schlicht versäumt. Es ist einfach zu spät: Bereits viel eher hätte viel mehr viel besser bezahltes Personal angestellt werden müssen, die nun Kleingruppen leiten könnten. Es hätte viel mehr quer gedacht werden müssen. Die Bildungspolitik gehört reformiert.

Und jetzt, für diese Situation braucht es klare Aussagen und finanzielle Unterstützung. Ein Corona-Elterngeld. Oder Vergleichbares.


Ein Gutes hat die Sache aber: Plötzlich stellt man fest wie wahnsinnig umfangreich die Care-Arbeit wirklich ist und wie sehr diese Frauen / Männer, diese Mütter / Väter für das System gebraucht werden. Ihre Arbeit (vorallem in Pflege und Co) retten uns gerade alle.

Hast du eine Idee?