• Kathie

Wer hat an der Uhr gedreht?

Hallo meine liebsten Leser und Leserinnen.


Es ist 8:12 Uhr.

Ich habe eben meinen Rechner hochgefahren um euch zu schreiben.

Ich hoffe auf Erfolg.


Derzeit sieht es eher semi-gut aus.


Sophia möchte nämlich auf der Stelle frühstücken.

Müsli. Nein doch kein Müsli! Weil: "Mama da ist KAKKA-Vogel drauf!!!"

Was?

(Ich hatte ihr vor ein paar Tagen erklärt, dass aus Korn, Gerste, Mais und Co. mal Mehl und dann Brot etc. entstehen - und sie hat dann wohl beobachtet, wie ein Vogel auf den Acker gemacht hat).


Okay. Dann kein Müsli. Brötchen? Nein. Marmeladenbrot?

NEIN!!!

Ein Ei? Mamaaaa, NEIIIEEIEN.

Hm, okay. Wasser? Ja, aber im blauen Becher. NEIN, im rosa Becher. Mamaaaaa weisst du denn nicht, dass ich den rosa BECHER will!!??!

ROSA! Sie meint lila. Aber okay.


"Mama, Schokolade?" ÄÄhhhh, nein.


Derweil probt Greta den Aufstand und räumt lautstark Sophias Spieleküche aus. Die Spieltöpfe machen so schöne VIEL zu laute Geräusche auf dem Fliesenboden.

Strapazierte Nerven. Um 8.20 Uhr.


8:40 Uhr

Ich sitze wieder am Rechner. Neuer Versuch....


9:14 Uhr

Ich befürchte ihr bekommt heute keinen Text. Zumindest nichts mit Verstand. Die beiden bringen mich nämlich gerade um selbigen.

Mein Nervenkostüm ist wohl in der Reinigung.


9:38 Uhr

Was ich hoffentlich heute noch schaffe zu erzählen:

Es ist ja hier bereits da ein oder andere Mal angedeutet worden: Im August ändert sich bei uns eine ganze Menge.


Seit gestern nämlich ist unsere kleine Elternzeit/Familie-den-ganzen-Tag/Lotterleben/in-den-Tag-hinein-leben-Zeit vorüber.

Flo ist wieder bei der Arbeit (kurzes Update zwischendurch hierzu: Wir sind noch verheiratet...aber es war sehr knapp!), die Kinder beginnen beide mit der Kita und ich beginne ebenfalls wieder zu arbeiten.


Jaaaa....richtig gelesen.

In wenigen Tagen bin ich wieder eine "working-mom".


Ab dann wird der Spagat zwischen Kinderbetreuung, Haushalt, Ehe, ich selbst sein (an sich schon ein Vollzeitjob) und eben arbeiten gehen noch größer.


Irgendwie muss ich es dann schaffen, den Tag, der ohnehin schon viel zu wenig Stunden hat, noch besser zu organiseren.


Dann heisst es noch öfter (so wie in meinem Titel und auch in einem der Kinderlieder meiner Mädels): Wer hat nur an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?


Und ja - ich glaube das wird wirklich anstregend und ich hab auch ein bisschen Schiss.

Oder Respekt. Respekt ist das bessere Wort.

ABER ich bin nicht die erste und sicher nicht die einzige Mama, die das irgendwie hinbekommen wird. Mamas haben eben Superkräfte. Und mal ehrlich: Es ist auch nicht so, als hätte ich eine Wahl. Schätzungsweise haben das die wenigsten Eltern heute.


Und klar - ich kenne natürlich die Kontroverse und weiss, dass ganz viele denken werden "Wie bitte? Die will die Kleine in die Kita stecken? Mit nur einem Jahr?"

Tz, wie kann ich nur.

FREMDBETREUUNG??? Das arme Kind.

Aber im Ernst: Selbst wenn ihr ein Spendenkonto für mich einrichten und jeder 100 Euro im Monat überweisen würde (Na, habt ihr nicht Lust dass zu machen?!?!?!) würde ich wieder arbeiten gehen wollen.


Verrückt? Ich weiss nicht.


Ich bin absolut dankbar für das zwei mal ein Jahr zu Hause gewesen sein zu dürfen. Wow. Ein Plusquamperfekt in seiner vollen Pracht.

Aber ihr wisst was ich meine.

Ich bin dankbar für die Elternzeiten.

Für diese einmalige Zeit mit meinen Mädchen. Dafür dass ich all die ersten Male, die bisher kamen, so hautnah erleben durfte und dafür NICHTS verpasst zu haben.


(Apropos: Greta ist keine Woche, nachdem der Arzt ihr Krankengymnastik verschrieben hat, angefangen zu krabbeln. Und sich hinzusetzen. Und sich hochzuziehen. Und an Möbeln langzulaufen. Einfach so. Kommt eben wenn es kommt.... Aber das ist ein anderes Thema.)


Also, wie gesagt: Ich bin sehr dankbar für diese intensive Zeit zu Hause.


ABER nun bin ich auch einfach mal froh, nicht NUR noch über Windeln und Fläschen, über Spielzeug und Babykotze zu sprechen. Ich freue mich über eine Aufgabe, über ein bisschen Futter für mein Gehirn und über Erwachsenengespräche.

Das macht mich nicht zu einer schlechten Mutter und deshalb LIEBE ich meine Kinder nicht ein bisschen weniger.


Ausserdem bin ich mir abolut sicher, dass sie es in der Kita gut haben werde. Sie sind unter Kindern, werden eine Menge Spass haben. Und: Stichwort Sozialkompetenz.


Na klar gibt es da auch geteilte Meinungen.

Aber wie gesagt: Keine Wahl und so.


Also bitte seid gnädig mit mir und steinigt mich nicht.


Ich finde ohnehin, dass es jeder alles so machen sollte, wie es für ihn und seine Familie am Besten ist. Natürlich immer so, dass es dabei allen gut geht.


Gerade Mamas neigen aber ja leider oft dazu, sich gegenseitig zu verfleischen.

Beginnend von "Mein Kind kann dies oder das...und deins?!?!?!" bis hin zu "Wiiieee bitte? Du lässt dein Kind einen industriell hergestellten Quetschie essen? MIT ZUCKER?!" ist alles dabei.

Es gibt Mamas, die Tüten zum hineinatmen (um nicht zu hyperventillieren) brauchen, wenn ein Junge am Spielzeugtag eine Puppe mit in die Spielgruppe bringt anstatt des Matchbox-Autos. Und solche, die auch im Pyjama zur Kita gehen, wenn das Kind seinen nicht ausziehen will.

Dann gibt es Mamas, die in die Welt hinausschreien wie schön es sei, dass sie ihr Kind nun im fünften Jahr stillen. Ist auch schön! Solange es für beide funktioniert, why not. Unschön ist es nur wenn sie mit ihrer "Stillen-ist-Liebe"-Einstellung (die mir wirklich gefühlt 3514156468 mal am Tag um die Ohren fliegt) implizieren, dass Mamas, die nicht stillen können oder wollen ihre Kinder NICHT lieben würden.

Andere Mamas wiederrum brauchen schon im Wochenbett eine Beschäftigung neben dem Säugling und wieder andere gründen Whatssapp-Gruppen mit anderen Eltern um die Hausaufgaben von den Kindern machen zu können, damit diese sich mit dem Schokoeis vor die Glotze setzen können.


Und ja - mir ist klar dass ich stigmatisiere und übertreibe. Ich wollte nur sagen: Alles gut! Solange ihr damit glücklich seid - macht wie ihr meint! Und:

Wieso lasst ihr euch nicht alle gegenseitig in Ruhe? Unterstützt euch, helft euch, gebt euch gegenseitig Schnaps und Schokolade, wenn ihr es am Dringendsten braucht. DENN: so oder so: Wir machen ALLE einen tollen Job und geben unser Bestes. Den wichtigsten Job der Welt.

Ladys, ohne uns geht GAR NIX!


Und lasst bitte vorallem die Neu-Mamas in Ruhe. Man ist unsicher genug auch ohne irgendwelche ungefragten Tipps und Kommentare und JEDE Mama weiss einfach am besten, was das Richtige für ihr Kind ist.


Aber zurück vom PRO-Kita-Plädoyer zur Ausgangsaussage: In ein paar Wochen wird ständig jemand an der Uhr gedreht haben.


Einige Minuten werden mir dann fehlen.


Zum Beispiel solche wie folgt:

Gestern habe ich auf der Treppe gestanden um selbige zu fegen. Sophia stand am Fuß der Treppe, die Hände in die Hüfte gestemmt und rief mir rotzfrech zu: "Maaaammaaa! Die Treppe ist KEIN Spielplatz!" (Sag ich immer zu ihr wenn sie beim Hoch- und Runterlaufen mal wieder rumblödelt oder trödelt)

Und vorhin beim Spielen hielt sie mir plötzlich ihre Spielzeug-Angel vom Anglerspiel vor die Nase und meinte so süss: "Ich angel mir nun meine Mami!"

Ich hoffe sie bleibt so "wild und frei und wunderbar".





Sowas wird mir natürlich sehr fehlen, von 8 - 12 Uhr, jeden Wochentag.


Und wenn Greta tatsächlich in dieser Zeit, morgens, werktags von 8 - 12 Uhr, ihre ersten Schritte machen sollte... Dann gibts lebenslanges Eis-Verbot.

Oder so.

Nein, ich habe natürlich vorgersorgt und den Erziehern gesagt dass sie mir das bitte einfach verschweigen sollen wenn das tatsächlich passiert. Auch eine Lösung.

Was ich nicht weiss....


9:55 Uhr

Wow, es hat geklappt! Okay... ich gebe zu: "Bibi und Tina" haben mir geholfen. Ein Hoch auf die Toniebox (ABSOLUT WERBUNG!!!...die Mädels LIEBEN sie).

Jetzt gehe ich mal wieder selbst singen und spielen.


Schönen Tag euch allen!


P.S.: Ja ich weiss, dass die Kommentarfunktion leider immer noch nicht funktioniert. Ich finde einfach keine Lösung bzw nicht das Problem. Ich bin aber dran, ein Forum hier hinzuzufügen, wo dann kommentiert werden kann. Eventuell finde ich dafür mal ein bisschen Zeit. Ich freue mich trotzdem auch jetzt schon über all eure Kommentare per Mail, Nachricht, auf Facebook oder Instagram. Kommentiert, kritisiert, lobt...schreibt mir gerne! Danke!

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