• Kathie

Zwischen Melancholie, Stolz und Photosynthese

Hi!


Bei uns steht gerade einiges ins Haus.


Im August wird sich eine Menge bei uns ändern. Im Gegensatz zu jetzt werden wir weniger Momente miteinander und zu Hause haben.

Das ist spannend und beängstigend zu gleich. Vorfreude und Muffensausen in einem, sozusagen.

Davon zu gegebener Zeit mehr.


Aber apropos Gegensatz: Um Gegensätze wird es heute ein wenig gehen. Das war eigentlich gar nicht so geplant, hat sich aber so ergeben.


Aber beginnen wir erstmal mit etwas Schönem:

Noch jetzt im Juli steht noch ein super wichtiger Tag hier an: Gretas Geburtstag.


Wenn eines deiner Kinder bald Geburtstag hat, dann denkst du nicht nur darüber nach, was sie sich wohl wünschen oder wie du ihnen beibringst, dass ein Pony und ein Pferd kein geeignetes Geschenk zum 2. Geburtstag sind.

Deine Gedanken kreisen nicht nur darum, welchen Kuchen du backen (oder in meinem Fall aufgrund Backunfähigkeit bestellen) wirst.

Du denkst nicht nur daran, wie du die Familie irgendwie ohne ausartende Dramen an einen Tisch bekommst...


Nein.


Du denkst in erster Linie daran, wie das passieren komnte, dass das nächste Jahr nun schon wieder um ist.


Oder wie in unserem konkreten Fall: Wie kann es sein, dass mein kleines Babymädchen nun schon 1 Jahr alt wird?

Meine KLEINE, meine Jüngste. Mein Baby. Mein Sommermädchen.


Gefühlt habe ich gerade erst von der Schwangerschaft erfahren... gerade erst lagst du nach der Geburt ganz zerknautscht und so zauberhaft auf meinem Bauch... und jetzt wirst du bald ein Jahr.


Ich kann es nicht fassen.

Ich glaube, jede Mama kennt das Gefühl.

Die Zeit rast irgendwie doppelt so schnell, wenn man Kinder hat.


Habe ich euch eigentlich mal erzählt, wie es war, als ich von meinen Töchtern erfahren habe?


Bei unserer Großen habe ich es ja keine vier Wochen unschwanger durch die Ehe geschafft.

Und ich wusste vom 1. Moment an, dass ich schwanger bin.

Und ja - da steht Moment, nicht Monat.


Ich hab quasi nur darauf gewartet, endlich einen Test machen zu können.


Was hatte ich mir immer ausgemalt, wie es wohl sein würde, es meinem Mann nach dem positiven Schwangerschaftstest zu sagen.


Ich wollte ihn einladen, überraschen.... Gedanklich hatte ich immer schon Babysöckchen besorgt und liebevoll mit dem positiven Test und einem Ultraschallbild verpackt. Ich sah vor meinem inneren Auge Freudentränen, innige Umarmungen und gemeinsame verliebte Blicke auf Bauch und Zukunft.


Aber in dem Moment war ich so unglaublich aufgeregt, dass ich direkt zu ihm gerannt bin. Er war noch am schlafen, es war ein Samstagmorgen.


Seine Reaktion auf den zweiten Strich: "Mach mal noch einen Test!"

Unglaube also.

Und dann hat er weiter geschlafen.


Ich habe dann noch ca 15 weitere Test gemacht um mir ganz sicher zu sein. Morgens uns abends für 2 Wochen. Verrückt. Ich weiss.

DANN hat Flo es allerdings auch geglaubt und sich riesig gefreut.

Er war so stolz. Sind wir beide bis heute.


NIE haben oder werden wir jemals etwas Größeres schaffen als unsere Mädchen.


Bei Greta habe ich abends einen Test gemacht.

Irgendwie habe ich auch bei ihr SOFORT gefühlt, dass irgendwas anders ist. Wir haben einen Film geguckt.. ich glaube Deadpool war es.... und in der Werbepause bin ich schnell nach oben und habe einen Test gemacht.

Ich sage euch, als ich das Ergebnis gesehen habe bin ich echt fast von der Badewannenkante gekippt. Immerhin war Sophia da auch erst 9 Monate alt.

Man weiss es - aber trotzdem überrascht dich einfach nichts mehr als der zweite Strich.

Dieses mal konnte ich es aber für mich behalten... ganze 3 Tage. Dienstags mittags war mir so übel und ich konnte nichts essen.... dass es Flo aufgefallen ist.


Diese beiden Momente waren - neben den Geburten - wirklich die außergewöhnlichsten in meinem Leben.

So gewöhnliche Tage eigentlich. Und doch so anders.


Und das soll nun schon fast 1 Jahr und 9 Monate her sein?

Hach, in diesen Zeiten wird man -werde ich- wirklich melancholisch.

Wer kennt's?


Tja, das Mama-Dasein.

Es ist wirklich die buchstäbliche Achternbahnfahrt. Ein auf und ab. Berg- und Talfahrt. Ein Paradoxon in sich.


Man ist himmelhochjauchzend und wirklich JEDER einzelne Tag hat so schöne Momente. An jedem Tag bekommt man Glücksgefühle, die nicht zu beschreiben sind.

Aber genau so ist es unglaublich anstregend, nervenraubend, sorgenreich und verrückt.


Und: Als Mama bekommt ja echt viel zurück.


Man gibt alles. Gerne.

Alles was man hat.

Zum Beispiel Dinge wie deine ganze Liebe, dein gesamtes Hab und Gut, deinen Platz im Bett und das Stück Kuchen, was man sich gerade in den Mund schieben wollte.


Ja dafür bekommt man viel zurück.

Volle Windeln zum Beispiel.

Einen kleinen Fuß in deinem Gesicht bzw auf deinem Kopfkissen.

Spaghetti an der Tapete.


Ich hatte ja bereits oft erwähnt dass ich meist nicht weiss ob ich stolz oder verzweifet sein soll, ein HighFive geben oder schimpfen.

Vorallem in den Sitationen, wenn ich merke, dass sie nach mir kommen.


Ach ja, es ist ein Auf und Ab.

Der größte Luxus. Und zwar auch wenn man sich ungeduscht mit Babykotze auf der Schulter, fettigen Haaren und total chaotischen Haushalt, den kalten Kaffee schlürfend, nicht gerade luxeriös findet.

Es ist der größte Reichtum, auch wenn man in der kleinsten Bude sitzt und jeden Tag Nudeln mit Ketchup isst, um den Kind seine Wünsch erfüllen zu können.

Und es ist das größte Glück, auch wenn du dir verzweifelt die Tränen aus den Augen wischt weil du gerade mal 45 Minuten in der Nacht geschlafen hast und dein Baby wieder brüllt als hätte es nicht erst vor 10 Minuten gegessen.


Ihr versteht schon was ich meine.


So.

Und was war sonst noch so los diese Woche, ausser der Erkenntnis dass es nicht mehr lange ist, bis ich kein Baby sondern ein (bzw dann 2) Kleinkind habe?


Sophia ist ja eine 74-Jährige im Körper einer 2 Jährigen. Inzwischen stellt sie ungefähr 300 bis ca 3 Miliarden Fragen am Tag. Da ist alles dabei von "Maaaamaaaa, darf ich ein Eis?" bishin zu "Maaaaaaamaaaa, wieso ist der Kaktus da grün?"

Ja ich weiss, dass das auf dem Bild da kein Kaktus sondern Efeu ist. Aber das nur am Rande.



Habe ihr was von Chlorophyll, also Blattgrün, und Photosynthese erzählt.

Also das, was mit aus dem Biounterricht noch so einfiel. Sie hat dann erst "Ach so!" geantwortet, als sei die Sache nun glaskar.

Dann hat sie kurz nachgedacht und gefragt "Maaaammaaa, wieso ist es denn nicht blau?" Tja. Wir sind dann die Komplementärfarben durchgegangen und haben uns darüber beratschlagt, dass die gegenüberliegenden Farben dann immer weisses Licht ergeben. "Maaaamaa, aber die Sonne hat gelbes Licht!" Stimmt.


Greta hingegen zeigt inzwischen allen die es wissen wollen (oder auch nicht) "wie groß sie ist", indem sie ihre Arme in die Höhe streckt. Im Supermarkt hat neulich ein Mann zu seiner Frau gesagt, sie solle doch eine andere Melone holen. Diese sei zu groß. Greta hat das zum Anlass genommen, alle umliegenden Menschen mit ihrem Strahlen und der kleinen Arme-Hoch-Einlage zu verzücken.

Key-Wörter und so. Lachen ist so leicht.


So einfach und kompliziert ist eben die Welt.

Gegensätze.

Wie beim Mama-Dasein. Siehe oben.

Glücklich und sorgenvoll.

Jing und Jang.

Gut und Böse.

Volle Windel, leere Windel.

Eiscreme und Trotzphase.


So lasset die Welt sich denn weiter drehen, meine Damen und Herren.


Bis nächste Woche!